Von Anfang an - Neue Orgelschule
Johannes Matthias Michels Orgelschule "Mein erster Ton heißt fis" erschien im Sommer des vergangenen Jahres. Im Vorwort weist der Autor darauf hin, dass es immer mehr Kinder gibt, die das Orgelspiel ohne musikalische Vorkenntnisse erlernen wollen. Auch bei Jugendlichen und Erwachsenen kann nicht mehr immer vorausgesetzt werden, dass sie bereits solide Klavierkenntnisse beherrschen. Für diese Fälle soll diese Publikation einen Einstieg bieten, der keine musikalische Vorbildung voraussetzt.
Die Orgelschule ist in fünf Kapitel unterteilt, an denen nicht nacheinander, sondern parallel zueinander gearbeitet werden soll. Teil A bietet den Einstieg mit einfachsten Übungen und führt über Tonleiterausschnitte, Akkorde und Akkordbrechungen zu sehr leichten Liedsätzen und ersten kleineren Kompositionen. Teil B enthält vierhändige Stücke für alle Leistungsstufen. Teil C bietet erste improvisatorische Impulse. Michel steigt in diesem relativ kurz gehaltenen Kapitel mit kleinsten spielerischen Motiven, Pentatonik, Ostinati und Melodiebildung ein. Teil D besteht aus Pedalübungen und steigt in der Schwierigkeit verhältnismäßig schnell an. Hier wird es in der Praxis sinnvoll sein, diesen Teil mit zusätzlichen Übungen zu erweitern. In Teil E sind schließlich noch einige Finger- und Geläufigkeitsübungen zu finden. Finger - und Fußsätze sind im Gegensatz zu vielen anderen Orgelschulen bewusst nur sporadisch zu finden. Dies hat den Vorteil, dass im Unterricht eigene passende Finger- und Fußsätze erarbeitet werden können .Michel stellt drei Grundüberlegungen in den Fokus:
1. Das alternierende Zusammenspiel von Manual und Pedal wird bereits von der ersten Übung an trainiert.
2. Die Aversion gegen Vorzeichen soll von vornherein vermieden werden, indem von Beginn an die Obertasten in das Spiel mit eingebunden werden.
3. Monotone Übungen werden durch einen unterlegten Text aufgelockert. Besonders hervorzuheben ist der letzte Punkt. Denn gerade im Anfängerunterricht bereiten oft das Metrum und das korrekte Einhalten der Notenwerte Schwierigkeiten. Dieser Herausforderung gleich zu Beginn mit unterlegten Texten und nicht nur mit Silben zu begegnen, ist sicherlich besonders für Kinder förderlich. Obwohl die Texte kindgerecht gewählt sind, lässt sich die Orgelschule, eventuell mit anderer Textierung, auch im Unterricht mit Erwachsenen verwenden. Da die Orgelschule recht kurz gehalten ist, genügt das am Ende erreichte Niveau noch nicht, um Gottesdienste an der Orgel zu begleiten. Entsprechend muss dann mit einer anderen Orgelschule oder geeigneter Literatur darauf aufgebaut werden.
(Regionalkantor Benedikt Nuding)

