„Mass of Joy“ von Ralf Grössler zum 25jährigen Jubiläum des Jugendchors St. Columban

Einen Abend voller Energie hat Dekan Bernd Herbinger am Samstagabend, den 4. Oktober 2025 den rund hundertfünfzig Mitwirkenden und ihren Zuhörern in der vollen Columbankirche gewünscht. Zum Fest der großen Chorfamilie von St. Columban ist die Aufführung von Ralf Grösslers 1998 uraufgeführter Gospelmesse zum Jubiläum des Jugendchors geworden.

Sängerinnen und Sänger des Jugendchores St. Columban während der Aufführung von des Mass of Joy
Foto: Helmut Voith

Denn nicht allein die heute rund vierzig Sängerinnen und Sänger des Jugendchors standen auf der Tribüne hinter dem Altar, sondern zur Freude aller sind auch zahlreiche Ehemalige gekommen, um noch einmal das Dabei-Sein zu spüren, das verbindende Band, das viele die ganze Chorkarriere vom Kinderchor über den Schülersingkreis, den Jugendvorchor, den Jugendchor bis zum Jungen Chor der Erwachsenen durchlaufen lässt. Natürlich war auch der 66 Mitglieder umfassende Junge Chor dabei, so dass rund hundertdreißig Sängerinnen und Sänger in sechs Reihen übereinanderstanden.

Nachdem Kantorin Marita Hasenmüller die „Mass of Joy“ erstmals 2009 zur großen Begeisterung aufgeführt hatte, stand sie auch 2015 zum 15-jährigen Jubiläum des von ihr gegründeten Jugendchors auf dem Programm. Da lag es nahe, zum 25-Jährigen wieder an die Messe anzuknüpfen, die bei den Ehemaligen noch in bester Erinnerung war.

Zum Fest gehörte auch ein zwanzigköpfiges Orchester, das in dieser Messe in raschen Umschwüngen vom klassischen Ensemble zur Jazzband mutiert. Großartig waren die Bläsersoli der Bucher-Familie mit Daniel an der Trompete, Kuno am Saxophon und Egon an der Posaune. Mit dabei waren auch wieder Heiner Merk am Kontrabass, Harald Fuchsloch an den Drums und Claus Furchtner an den Pauken und in wunderbar innigen Passagen am Vibrafon. Leider können hier nicht alle Musiker genannt werden.

Ein großes Glücksmoment war, dass als Solistin noch einmal die deutsch-kamerunische Gospelsängerin Siyou Isabelle Carola Ngnoubamdjum gewonnen wurde, deren tiefe, suggestiv beschwörende Stimme zum Herzen der Zuhörer sprach, zumal die im Rhythmus der Musik mitschwingende „Lady of Gospel“ ehrliche Authentizität ausstrahlt.

Temperamentvoll führte Marita Hasenmüller den großen Klangkörper durch die Messe, durch die sehr schönen Orchester-Intermezzi wie durch die vielstimmigen Chorpartien mit ihren jähen Wechseln zwischen inniger Hingabe und jubelnder Ekstase. Nach stillem Auftakt des Orchesters setzten ganz piano die Männer mit Psalm 96 „Cantate Domino“ ein, still kamen die Frauenstimmen hinzu, ehe die Solistin ihre Stimme erhob: „Sing to the Lord all ye Saints.“

Grösslers Messe lebt vom Miteinander der verschiedenen Elemente: Gregorianik und barocke Fuge stehen neben ernsten Chorälen, neben Swing und Gospelsongs, die lateinische Kir¬chensprache neben der Meditation des deutschen Kir¬chenlieds „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, englische Messtexte wie „The Lord’s Prayer“, das Vaterunser, ne¬ben glühenden Gospelrufen wie „To you, o Lord, I come“ im Kyrie bis hin zum ju¬belnden Finale, das die „Everlasting Joy“, die immerwährende Freude bei Gott feiert. Begeistert feierten die Zuhörer die Festmesse.

Christel Voith