„Alle Farben dieser Welt“ – intergeneratives Singspiel in Künzelsau

Am Sonntag, den 26. April 2026 führten die ökumenischen Kinderchöre Cantinis und Cantis zusammen mit dem Seniorenchor Singkreis unter der Leitung von Dekanatskirchenmusikerin Theresa Schäfer das Singspiel -Alle Farben dieser Welt- in St. Paulus, Künzelsau auf. Frau Schäfer schrieb alle Texte der Lieder selbst, bis auf eines, das sie mit Erlaubnis übernehmen durfte und für uns Sängerinnen und Sänger arrangiert hat. Sie komponierte die Lieder und die Musik für die Band, bestehend aus Klavier mit Vera Klaiber, Querflöte mit Silvia Wilhelm-Wenzel und das Schlagwerk, das Michael Roth spielte. Frau Schäfer hat auch die Geschichte selbst erfunden, das Bühnenbild gestaltet, das ganze Stück für Chor und Solisten und das Schauspiel erarbeitet.

Collage mit Impressionen des intergenerativen Singspiels
Collage mit Impressionen des intergenerativen Singspiels

Das Singspiel mit dem Titel „Alle Farben dieser Welt“ handelt von kleinen unsichtbaren Wesen, den Früh-lingen (Kinder) welche die Farben im Frühling auf der Welt verteilen und den Spät-lingen (Seniorinnen und Senioren) die zum Ende des Jahres die Farben wieder einsammeln. Nachdem die „Spätlinge“ auch mal die Farben verteilen durften, haben sie mit viel Freude und Hingabe leider ein Durcheinander verursacht, das die „Frühlinge“ dann ganz schnell wieder beseitigt mussten. 

Die Musik und die Lieder waren sehr vielfältig. Die Früh-linge und Spät-linge stellten sich mit einem Swing vor. Das falsche blaue Gras wurde mit einem Blues zelebriert. Zu den vermutlich grünen Tulpen wurden gerappt. Der gelbe Himmel wurde mit Sambaklängen besungen und mit fantastischen Choreographien begleitet. Die rote Sonne wurde mit einem langsamen Walzer sanft beschwingt und harmonisch besungen und mit einem Walzertanz durch die Zuschauerreihen geschmückt. Die Lieder wechselten ab mit Erzählerin und Schauspielern, woraus eine gelungene und schöne Geschichte entstand, die in vielfältiger Weise als Singspiel vorgetragen wurde.

Es hat uns allen viel Freude bereitet. Auch die Proben waren so harmonisch und professionell gestaltet, dass wir sehr gerne zu den Proben gingen und uns immer wieder schon auf die nächste Probe freuten. So war die Zeit bis zur Aufführung kurzweilig spannend, die Aufführung gelungen, und die Reflektion danach anhaltend.

Es war so schön und berührend, dass es mich immer noch in meinem Alltag begleitet. Ich durfte in diesem Singspiel als eine der zwei „Spät-linge“ zusammen mit zwei „Früh-lingen“ das Singen spielerisch begleiten. Was mir jetzt, 7 Wochen nach der (Ur-)Aufführung noch tief in Erinnerung geblieben ist, ist das Lied „Hand in Hand“. Diese Szene war voller Harmonie. Das zusammen ordnen, wieder in Ordnung bringen, fühlt sich so beruhigend an und bringt immer wieder im Alltag ein Lächeln auf mein Gesicht. Vor allem, wenn ich zur nächsten Probe in den Singkreis gehe. Dieses Gefühl der „Glückseligkeit“, wenn ich seither zur Singkreisprobe gehe, ist wohl nicht nur in mir. 

Rundherum war die Aufführung ein Zusammenspiel von Generationen, die zusammenhalten, sich gegenseitig anerkennen, unterstützen; so ein friedvolles Miteinander entsteht. Denn Hand in Hand, gemeinsam statt einsam geht einfach alles besser! 

Verena Otto, Juni 2026, Künzelsau